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Schwanger mit Herz und Seele
Inhalt und Zitate

Boek 'Schwanger mit Herz und Seele'
Autorin: Riet van Rooij, Übersetzung: Gerhard Fasser
 
 

Vorwort von Beatrijs Smulders, Praktische Hinweise, Einleitung, Zitate aus verschiedene Disziplinen, viele Erfahrugen (werdender) Eltern, Beilage mit Übungen, Musiktipps, Zitierte und Empfohlene Literatur, CD- Information, Über die Autorin und ihre Praxis Freyja, und die Kapitel:

  • Das Kind einladen und empfangen; die Zeugung
  • Das Bauen eines Nests; ein Ort der Stille
  • Hallo Kleines! Kontakt aufnehmen, Kontakt suchen, Kontakt bekommen
  • Selbstbild und Seelenregungen; Ihre Eindrücke in Wort und Bild
  • Mit dem Bauch tanzen, das Baby wiegen
  • Wenn Alles nur gut geht…; mit Ängsten und Spannungen umgehen
  • Die Entbindung; eine Initiation
  • Ein Sternchen im Mittelpunkt; das Kind und seine Geburt
  • Respekt vor dem Kind; die Fortsetzung eines seelenvollen Kontaktes nach der Geburt
  • Ein leerer Bauch, leere Arme; wenn die Schwangerschaft misslingt

Ich hoffe mit diesem Buch vielen zukünftigen Eltern bei der Sorge um ihr leibliches Wohl, bei der Kommunikation mit ihrem Partner, in der Verbindung mit der spirituellen Dimension des Lebens und im Kontakt mit ihrem ungeborenen Kind zu helfen. Ich hoffe, mit den Ideen und Übungen die ich vorschlage, die Schwangerschaft auf eine zeitgemäße Art und Weise „seelenvergnügt“ zu durchleben und so das Leben zu ehren. Mit meinem Buch will ich dafür plädieren, dass wir unsere ungeborenen Kinder und neugeborenen Babys ernst nehmen, indem wir mit ihnen auf seelischer Ebene kommunizieren.

EMPFANGEN
Hattet ihr beiden damals einen Heidenspaß, als es ein Volltreffer war oder wisst ihr nicht mehr genau, wann es passiert ist?
War es ein Unfall, bei dem du nach dem ersten Schreck doch froh warst, oder hat es nach Monaten der Enttäuschung und dem soundsovielsten ausgeklügelten Versuch endlich geklappt?
Wurdet ihr mitten in der Nacht euch liebend wach und (...)

Ist deine Schwangerschaft bereits eine Tatsache, wenn du dies liest, ist es vielleicht Zeit, auf die Zeugung zurückblicken. Und … bist du zufrieden? Wenn du der Typ bist der gerne bewusst mit den Dingen umgeht, kann es sein, dass du mit Idealen herumläufst, mit Vorstellungen, wie es hätte sein sollen. Ideale sind schön, und es ist menschlich, ihnen nachzustreben, aber das Leben nimmt eben unablässig seinen Lauf, wobei sich das Machbare mit dem Ungreifbarem abwechselt.

MUTTER ERDE
„Ich fühle mich wie in der Pubertät“, vertraute mir eine Frau einmal an: „eine Mischung aus Stolz und Empfindsamkeit“. „Jeder sieht es, obwohl es gleichzeitig auch so intim ist …” Frieden schließen mit dem früher so gehassten runden Bäuchlein; sich erfreuen an den größeren, straffen Brüsten, eine ungeahnte Wollust fühlen, das alles kommt vor. Vielleicht fühlst du dich als eine Art Mutter Erde, mächtig, fruchtbar und voll, aber auch das Gegenteil kann passieren: Sich dem eigenen Körper entfremdet fühlen, Unsicherheit gegenüber dem Partner, Beschwerlichkeiten, Belastung.

Es kann anregend sein, in der Wohnung einen Platz zu schaffen, der dich zur Besinnung einlädt. Einen Ort der Stille, der dich inspiriert, der dir hilft dich an das zu erinnern, was wirklich wichtig für dich ist, kurzum, einen Besinnungsort im Taschenformat.

ABSTIMMUNG
Du kannst auf verschiedene Arten mit deinem Kind Kontakt aufnehmen, etwa indem du zu dem Kind sprichst: „He Kleines, trampel nicht so wild herum, du tust mir weh!“ Oder: „Hör mal her kleiner Zwerg, wie wär’s mit etwas Bewegung? Wir haben dich heute noch kaum gefühlt.“ (...)
Du kannst mit deinem Kind ein spielerisches Zwiegespräch führen, ihm deine Sorgen anvertrauen oder ihm aber einen ausführlichen Brief schreiben. Du stimmst dich dann innerlich auf das Kind ab, und das kann ein Gefühl der Verbundenheit schaffen, unabhängig von direkt merkbaren Reaktionen seinerseits.

In der Zeit, in der er sein erstes Kind erwartet, kommt bei Johannes eine Menge altes Leid hoch. Die Beziehung zu seinem Vater macht ihm ziemlich zu schaffen. Johannes ist im Grunde sehr unsicher, ob er selbst in der Lage ist, ein liebevoller Vater zu werden. Die Vater-Sohn-Beziehung, wie er sie kennt, ist gewiss kein gutes Vorbild. In einer geführten Meditation nimmt er Kontakt mit der Energie seines Kindes auf. Er fühlt, dass seine Tochter ganz nahe bei ihm ist und dass es ihr richtig gut geht. Sie strahlt etwas ganz friedliches aus. Johannes weiß nun intuitiv, dass sein Kind ihn als Vater akzeptiert. Das berührt ihn zutiefst und er lässt seinen Tränen freien Lauf.

Kommunizieren mit dem ungeborenen Kind ist eine Frage der „Langsamkeit“, des Findens der Eigenzeit. Hier und da eine Reise ins Innere machen, und das Kind kürzer oder länger besuchen ist herzerfreuend, trägt zur inneren Ruhe bei und stärkt das Vertrauen in das natürliche Wunder, das sich in Ihrem Leben vollzieht. Außerdem ist es eine prima Vorbereitung auf die Geburt.

SPIEGEL
Bei vielen herrschen folgende Gedanken: Da ich Kinder kriege, muss ich doch endlich erwachsen werden, muss ich es geschafft haben, darf ich keine Probleme mit… wem oder was auch immer mehr haben. Dem liegt wahrscheinlich ein bestimmtes Bild von der guten Mutter oder dem idealen Vater zugrunde, und, oh Schreck, es bleiben einem nur noch ein paar Monate, um das alles zu schaffen … In diesem Fall hast du, ehrlich gesagt, noch allerlei Gefühle und Verhaltensweisen, die man eher bei einem großen Kind als bei einem erwachsenen Elternteil erwartet oder erwarten mag. Wenn das nur gut geht …

Es wurden hier bereits verschiedene Möglichkeiten genannt, die die seelische Seite des Geschehens durchaus berücksichtigen. Man kann sich auf die Geburt vorbereiten, indem man Verbindung zu seiner innerlichen Führung sucht, man kann ein Ritual vollziehen, ein Mandala anfertigen, Symbolkarten zurate ziehen, tanzen, affirmieren, mit dem Kind kommunizieren& oder Alles nehmen, wie es kommt. Mit Letzterem vertraut man sich häufig der Weisheit der Seele an...

DEIN KÖRPER ALS SCHAUKELWIEGE
Tanzen ist sich gefühlvoll bewegen. Tanzend kannst du die Energie in deinem Körper strömen lassen und den Wandel deines Körpers ehren. Tanzen ist eine spezielle Art, die körperliche Seite deiner Schwangerschaft zu feiern. (...)
Experimentiere ein bisschen, streichle dein Kind durch deine Bewegungen … lasse deinen Körper wie einen strömenden Fluss an ihm vorbeigleiten … und genieße es. Sanft wie ein Bach schlängelst du dich um dein Baby: träumerisch, genussvoll, umsorgend …

Achtsame Hände
Eine Berührung des Babys im Bauch kann ein schöner Abschluss dieser Übung sein. Auch zwischen durch ist dafür natürlich immer Gelegenheit. Berührungen mit liebevollen, achtsamen Händen. Passe die Form deiner Hände – leicht gekrümmt - dem Bauch an. Umfasse dein Kind mit deinen Händen, lade es ein, sich in deine Hände zu legen. Nicht zwingend und drängend, sondern liebevoll und schützend. Die Botschaft deiner Hände lautet dann etwa: Hier bin ich, mein Kind, kommst du zu mir?

GEFÜHLEN: ERFORSCHUNG UND AUSTAUSCH
Erwartet ihr ein Kind, ist es völlig normal, euch hin und wieder unsicher und ängstlich zu fühlen.(...) Angst verdient einen Platz neben all den anderen Gefühlen, und die Kunst besteht darin, auf eine gesunde und bewusste Art mit diesen natürlichen Ängsten umzugehen.

Natürlich wünscht ihr euch eine stimmungsvolle Erfahrung und gönnt eurem Kind eine sanfte Geburt, aber wenn du beispielsweise auf eine Wassergeburt – mit Kerzenlicht und meditativer Musik – fixiert bist, dann solltest du dir vielleicht vor Augen führen, dass Spiritualität im Grunde nichts mit äußeren Umständen zu tun hat. Eine seelenvolle und bewusste Geburt beinhaltet, dass du dein ganzes Wesen in den Dienst des Gebärens eures Kindes stellst, wobei du das Kind selbst als ein Wesen betrachtest, das seinen vollwertigen Beitrag leistet. Eine der größten Herausforderungen, die sich dir stellt, ist das Loslassen deines Egos mit seinen Vorstellungen, Konditionen und Idealbildern.

DIE KUNST DES LOSLASSENS
Ich habe zahlreiche Kommentare von Männern festhalten können, die sie beim Betrachten einer Geburts- DVD von sich gaben. „Was für ein Trottel“ konnte man aus ihren Reihen beim Anblick eines eher ruhigen Mannes, der offensichtlich nicht viel tat, vernehmen. Andere wiederum konnten sich gut in seine Rolle hineinversetzen und sahen ihn als sicheren Hafen in stürmischen Wehenzeiten.

Affirmationen, die positive „Gebäreigenschaften” wie Hingabe, die Fähigkeit loszulassen und Vertrauen bei euch fördern können, sind, zum Beispiel, für die Frau:
Es ist eine Herausforderung für mich, meinem Körper zu folgen.
Ich bin bereit, mein Kind loszulassen.
Ich fühle mich mit allen Frauen vor mir verbunden. Ich vertraue auf meine weibliche Kraft.

Es war ein Samstagabend. Der Geburtstermin war bereits dreizehn Tage überfällig. Am Montag würde sie im Krankenhaus erwartet, obwohl sich beide eine Hausgeburt wünschten. Wo blieb das Kind nur? Sie beschlossen, früh ins Bett zu gehen. Beide fühlten das Bedürfnis, Kontakt mit ihrem Kleinen zu suchen. Bert legte seine Hände um das Baby, und sie redeten abwechselnd mit ihm. Das ging in etwa so: „So Kleiner, hör mal zu. (...)

Wenn Vorbereitungen und Vorhaben in krampfhafte Kontrolle münden, stehen sie einem natürlichen Geburtsprozess im Wege.

Ich bin überzeugt davon, dass jede Geburt ihrer eigenen Weisheit folgt (…) Mit seiner bzw. ihrer Geburt stellt sich dein Sohn oder deine Tochter selbst vor und verleiht seinem bzw. ihrem Wesen Ausdruck. Auf der Ebene der Seele gibt es denn eben auch keinen Unterschied zwischen schönen, einfachen oder natürlichen und schweren, problematischen oder operativen Geburten. Entbindung und Geburt sind Ausdrucksformen der Seele.

DER GROSSE EMPFANG
Hebammen, für die die Weisheit der Seele ungeborener Kinder Realität ist, setzen sich während des Geburtsprozesses bewusst mit ihnen in Verbindung. Sie stimmen sich auf das Wesen des Kindes ab und arbeiten mit ihm zusammen. Sie sprechen das Kind als intelligentes Wesen an und lassen das Baby durch Berührung oder bewusst übermittelte Gedanken wissen, was von ihm erwartet wird. Auch Eltern können sich während des Geburtsprozesses auf ihr Kind abstimmen. (...)

Ich glaube, dass nur wenige Geburten das Prädikat „sanft“ verdienen. Geboren werden ist nun einmal eine heftige Angelegenheit, bei der erhebliche Kräfte freikommen. Gerade diese Intensität ist eine Einladung an die Seele des Kindes, in seinen Leib zu kommen.

Eine gewisse Langsamkeit und Zurückhaltung ist einem Wochenbett und einer Zeit des Kennenlernens, die der Seele Platz einräumt, dienlich. Ich bin nicht wenigen Paaren begegnet, die mir erzählten, dass sie sich Tage nach der Geburt vollständig erschöpft anguckten und sich realisierten, dass sie voneinander noch nicht gehört hatten, wie sie die Entbindung und die Geburt ihres Kindes eigentlich erlebt hatten. (...)

DEIN GRÖSTE LEHRMEISTER
Eine weise Seele in einer Wiege … wie geht man mit der um? Wenn ein Kind einmal geboren ist, hat das bewusste Wesen – mit dem du während der Schwangerschaft intuitiv kommuniziertest, indem du mit ihm redetest, dem du vielleicht schriebst und mit dem du dich in Visualisierungsübungen trafst - plötzlich einen Namen, eine Stimme, einen Körper und das Bedürfnis nach umfassender Versorgung. (...) In der Weise, in der du seinen Körper berührst, es hochhebst und herumträgst, kannst du deine Überzeugung zum Ausdruck bringen, dass er es eine erwachsene Seele in einem abhängigen Babykörper ist.

Weinen ist kommunizieren und gehört zum Leben. Du unterstützt das Kind in seinem Sein, wenn du es ermutigst zu weinen, falls es Grund dazu hat. „Hör zu, Liebling, weine ruhig – ich sehe, dass du es schwer hast“, anstelle von „beruhige Dich, sei brav, ist doch alles in Ordnung“.

„Walk your talk“ oder „Mach, was du sagst”... Es geht hier nicht um ein einfaches Erziehungsrezept, sondern um einen Bewusstwerdungsprozess, bei dem dein Kind möglicherweise der größte Lehrmeister ist.(...) Ich erinnere mich noch gut, wie schockiert ich war, als ich zum ersten Mal hörte, dass der Ton, mit dem ich meine Kinder manchmal anfuhr, genauso klingt wie der meiner Mutter, obwohl ich mir ernsthaft vorgenommen hatte, es alles anders zu machen (…) Das Beste, was du deinen Kindern bieten kannst, ist meiner Ansicht nach die aufrichtige Bereitschaft, alles, was auf deinen elterlichen Weg kommt, als Einladung zum Lernen zu betrachten.

KEIN EINZIGES MENSCHENKIND, LEBEND ODER TOT, KOMMT OHNE GRUND
Es ist schockierend, wenn so eine Zukunft eine andere Wendung nimmt, und das Kind wieder dorthin zurückkehrt, wo es hergekommen ist oder in welcher unsichtbaren Dimension auch immer verschwindet. Wie ist das nun bloß möglich? Warum erst kommen und dann so schnell wieder gehen?! (…)
Die Seele will, dass man eine Erfahrung in ihrer Gesamtheit durchlebt, und fragt nicht nach einem schlüssigen Beweis. Auf der Ebene der Seele ist kein eindeutiger Grund für Leben oder Tod zu finden. (...)

Bei einer Fehlgeburt ist von deinem werdenden Kind meist wenig zu sehen. Gerade weil in der Regel wenig Greifbares und Sichtbares von einer so kurzen Schwangerschaft übrig bleiben, haben viele Leute das Bedürfnis, ein selbst erdachtes Abschiedsritual zu vollziehen; sie wollen dem Geschehenen symbolisch einen Platz in ihrem Leben einräumen. Sie begraben ein Püppchen im Wald, pflanzen einen Rosenstrauch in ihrem Garten oder modellieren eine Figur zur Erinnerung an ihr Kind, das kam und wieder ging.

Kühle Leere füllte meinen Bauch. (...) Als der Ausfluss immer stärker wurde, rief ich alle Götter und Göttinnen an, die mir nur einfielen. Echte Verbindung fühlte ich zu meiner inneren Führerin, Freyja, die mir als Göttin der Fruchtbarkeit Mut in einer Situation zusprach, die ich als tiefes Frauenleid empfand: das wegebbende Leben eines Kindes, ohne dass du etwas daran ändern kannst. Dennoch ist das, was ich damals in seiner ganzen Intensität erlebte, wie die Machtlosigkeit und Verzweiflung, die ich zusammen mit meinem Mann und meinem ersten Kind fühlte, als kostbares Geschenk von "Hopserle" in meinem Herzen bewahrt geblieben. Wir blicken darauf gemeinsam in Dankbarkeit zurück. Für mich ist sie seither manchmal eine Art innere Führerin. Wenn ich sie aufsuche oder wenn sie sich spontan bei mir meldet, bringt sie mich in Kontakt mit einer tiefen Wahrheit in meinem Leben: dass alles den Sinn hat, den ich ihm selbst zugestehe…





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